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Tragbare Abspielgeräte (MP3-Player) werden sicherer

News 2001/95/EGHintergrund:
Verbraucherprodukte, die  innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) in Verkehr gebracht werden, und für die es keine spezifischen EG-Richtlinien hinsichtlich grundlegender Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen gibt (so genannte CE-Richtlinien), müssen die Anforderungen der Richtlinie 2001/95/EG  erfüllen. Die grundlegenden Sicherheitsanforderungen der EG-Richtlinien werden durch ein Mandat der EU-Kommission von den Europäische Normenorganisationen (CEN, CENELEC) erarbeitet und als harmonisierte Norm im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Stellt die EU-Kommission aufgrund von Untersuchungen, Studien, aktuelle Anlässe usw. ein Sicherheitsdefizit  fest (z. B. aufgrund häufiger Unfälle, Gesundheitsschäden, Sachschäden) und stellt außerdem fest, dass harmonisierte Sicherheitsnormen fehlen oder unzureichend sind, legt sie eigene Sicherheitsanforderungen fest (durch eine “Entscheidung” oder einen “Beschluss”) und beauftragt die europäischen Normungsgremien entsprechende europäische Normen zu ändern oder neu festzulegen, die dann gewährleisten, dass Produkte die allgemeinen Sicherheitsanforderungen der Richtlinie 2001/95/EG erfüllen.

Gefährdung: Gesundheitsrisiko wie Hörschäden als auch andere Probleme
Für die Nutzer die Gefahr eines dauerhaften Hörverlusts, wenn sie  ein tragbares Abspielgerät  mindestens 5 Jahre lang über 40 Stunden pro Woche bei hohen Lautstärken (über 89 dB(A)) benutzen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist eine solche Nutzung mittlerweile durchaus üblich.

Vorschriften (für allgemeine tragbare Abspielgeräte)
Je nach Art des tragbaren Abspielgeräts gelten für dessen Sicherheit die Richtlinie 2001/95/EG, die Richtlinie 1999/5/EG ( Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen)  oder die Richtlinie 2006/95/EG  (Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen).  Die Richtlinie 2001/95/EG gilt für tragbare Abspielgeräte ohne integrierte Kommunikationsfunktion.
Die Richtlinien 1999/5/EG und 2006/95/EG nehmen Bezug auf die europäische harmonisierte Norm EN 60065 “Audio-, Video- und ähnliche elektronische Geräte — Sicherheitsanforderungen”. Da die Grenzen zwischen Unterhaltungselektronik einerseits und Einrichtungen der Informationstechnologie andererseits immer stärker verschwimmen, soll diese Norm mit der Norm EN 60950 “Einrichtungen der Informationstechnologie — Sicherheit — Teil 1: Allgemeine Anforderungen” in einer neuen Norm EN 62368 zusammengeführt werden.

Sicherheitsanforderungen (gilt nur für tragbare Abspielgeräte ohne Kommunikationsfunktion)
Tragbare Abspielgeräte sind so zu konzipieren und herzustellen, dass gewährleistet ist, dass sie bei vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung inhärent sicher sind und keine Hörschäden verursachen.

  1. Die Exposition gegenüber Schallpegeln ist zeitlich zu begrenzen, um Hörschäden vorzubeugen. Bei 80 dB(A) ist die Dauer der Exposition auf 40 Stunden pro Woche zu beschränken, bei 89 dB(A) hingegen auf 5 Stunden pro Woche. Bei anderen Schallpegeln ist die Expositionsdauer durch lineare Intra- und Extrapolierung zu ermitteln. Dabei ist dem dynamischen Schallspektrum und der vernünftigerweise vorhersehbaren Verwendung der Produkte Rechnung zu tragen.
  2. Tragbare Abspielgeräte sind mit einem angemessenen Warnhinweis zu den mit der Verwendung des Geräts verbundenen Risiken und zu den Möglichkeiten ihrer Vermeidung zu versehen; Informationen sind für die Nutzer in den Fällen bereitzustellen, in denen die Gefahr von Hörschäden besteht.

Die EU-Kommission hat die Europ. Normenorganisation beauftragt hierzu entsprechende Normen zu erarbeiten die die Sicherheitsanforderungen des Beschlusses  vom 23. Juni 2009 zu berücksichtigen. Falls die Normen vorliegen, werden diese im EU-Amtsblatt veröffentlicht.

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1 Response »

  1. Es wäre sehr gut, wenn die Hersteller, die die Normen nicht befolgt haben, weltweit bekannt werden

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