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Europäische Studie: Risiken durch Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung

News 2001/95/EGIm Rahmen der Marktüberwachung wurde in den Jahren 2008 bis 2010 die Sicherheit von Kinderkleidung untersucht, die mit Kordeln und Zugbändern versehen sind. Vorausgegangen waren zahlreiche Meldungen über Unfälle, bei denen sich bei denen sich Kordeln oder Zugbänder an Kinderbekleidung in Fahrrädern, Türen, Autotüren oder an Spielgeräten verfangen und schwere Verletzungen oder Todesfälle verursacht haben. Statistisch häufig zeigten sich

  • bei jüngeren Kindern:
    das Hängenbleiben von Kapuzenkordeln an Spielgeräten, wie z. B. Rutschen, was zu tödlichen Unfällen führten und
  • bei  älteren Kindern:
    das Hängenbleiben von Kordeln und Bändern des Taillenbereichs und der unteren Säume der Kleidung in sich bewegenden Fahrzeugen, wie z. B. Bustüren, Skiliften und Fahrrädern, was zu schweren Verletzungen oder zum Tod durch Mitschleifen oder Überrollen durch das Fahrzeug führt.

Welche Sicherheitsvorschriften gelten für Kinderkleidung?
Für Kinderkleidung gilt die Produktsicherheitsrichtlinie 2001/95/EG, die in Deutschland durch das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) in nationales Recht umgesetzt wurde.
Die Norm EN 14682 „Sicherheit von Kinderbekleidung – Kordeln und Zugbänder an Kinderbekleidung – Anforderungen“ (Harmonisierte Norm zur Produktsicherheitsrichtlinie 2001/95/EG) enthält spezifische Sicherheitsanforderungen für Kinderbekleidung mit Kordeln und Zugbändern in den jeweiligen Altersklassen

  • Kinder bis zu  7 Jahren (entsprechend einer Körpergröße von 134 cm)
  • Kinder von 7 bis 14 Jahren (entsprechend einer Körpergröße von  134 bis 182 für Jungen oder bis 176 cm für Mädchen).

Hersteller und alle anderen Wirtschaftsakteure (Importeure, Händler) müssen ihren Verpflichtungen nachkommen, damit die Sicherheitsanforderungen der EN 14682 (oder gleichwertig) eingehalten werden, bevor die Kinderkleidung in Verkehr gebracht werden.

Wie die EU-Kommission auf der Internetseite darstellt, wollen die Marktaufsichtsbehörden die Sicherheitsüberwachungen fortsetzten. Außerdem soll durch die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsakteuren die Sensibilität für die Sicherheitsvorschriften erhöht werden. Klärungsbedarf besteht für einige Punkte der EN 14682, damit die Auslegung und Anwendung sowohl für die Marktaufsichtsbehörden als auch für die Wirtschaftsakteuren erleichtert wird.

Weitergehende Informationen:

Harmonisierte Normen zur Produktsicherheitsrichtlinie 2001/95/EG
Technical Report“  engl.  (Report zur Marktüberwachungsstudie über Kordeln und Zugbänder an Kinderkleidung)

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