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Richtlinie 2013/29/EG über pyrotechnische Gegenstände: Mehr Sicherheit für Feuerwerkskörper

CE-RICHTLINIEDie neue Richtlinie 2013/29/EU löst die bisherige Richtlinie 2007/23/EG über das Inverkehrbringen von pyrotechnischen Gegenstände ab. Unter dieser Richtlinie fallen auch auch Feuerwerkskörper, die jetzt durch straffere Regelungen sicherer werden sollen. Mit den neuen Regelungen sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Klarere Regelung der jeweiligen Aufgaben von Herstellern, Einführern und Händlern beim Verkauf von Verbraucherprodukten;
  • Möglichkeit einer umfassenderen Nutzung elektronischer Mittel für die Wirtschaftsbeteiligten beim Nachweis der Einhaltung der Vorschriften;
  • mehr Garantien für die Verbrauchersicherheit durch ein Rückverfolgbarkeitssystem, das es ermöglicht, fehlerhafte oder unsichere Produkte aufzuspüren, sowie durch klarere Regeln und eine bessere Überwachung der Konformitätsbewertungsstellen;
  • bessere Ausrüstung der einzelstaatlichen Marktüberwachungsstellen, damit gefährliche Einfuhren aus Drittländern gestoppt werden können.

Damit wird der Umgang mit Feuerwerkskörpern künftig sicherer, denn die neuen Regeln schreiben klarere Etikettierungen und Anweisungen in der Sprache jedes Mitgliedstaates vor, in dem die Erzeugnisse verkauft werden. Produkte, die den Sicherheitsbestimmungen entsprechen, erhalten die CE‑Kennzeichnung, die nachweist, dass sie alle vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Feuerwerkskörper werden in 4 unterschiedliche Kategorien eingeteilt, die sich im wesentlichen an die bisherigen Kategorien orientieren:

  • Kategorie F1: Mindestalter 12 Jahre – Feuerwerkskörper, die eine sehr geringe Gefahr darstellen, einen vernachlässigbaren Lärmpegel besitzen und die in geschlossenen Bereichen verwendet werden sollen, einschließlich Feuerwerkskörpern, die zur Verwendung innerhalb von Wohngebäuden vorgesehen sind;
  • Kategorie F2: Mindestalter 16 Jahre – Feuerwerkskörper, die eine geringe Gefahr darstellen, einen geringen Lärmpegel besitzen und die zur Verwendung in abgegrenzten Bereichen im Freien vorgesehen sind;
  • Kategorie F3: Mindestalter 18 Jahre – Feuerwerkskörper, die eine mittlere Gefahr darstellen, die zur Verwendung in weiten offenen Bereichen im Freien vorgesehen sind und deren Lärmpegel die menschliche Gesundheit nicht gefährdet;
  • Kategorie F4: Mindestalter 18 Jahre – Feuerwerkskörper, die eine große Gefahr darstellen, die zur Verwendung nur durch Personen mit Fachkenntnissen vorgesehen sind und deren Lärmpegel die menschliche Gesundheit nicht gefährdet.

Die Mitgliedstaaten können das Mindestalter heraufsetzen, wenn dies aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit gerechtfertigt ist. Für entsprechend ausgebildete oder eine solche Ausbildung absolvierende Personen können die Mitgliedstaaten das Mindestalter auch herabsetzen.

Hintergrund
Die aktualisierten Regeln über das Inverkehrbringen pyrotechnischer Gegenstände sind Bestandteil eines von der Kommission vorgeschlagenen Pakets aus 9 Richtlinien zur Produktsicherheit (darunter die Richtlinien über nichtselbsttätige Waagen, Messgeräte, einfache Druckbehälter, Aufzüge, Explosivstoffe für zivile Zwecke, elektromagnetische Verträglichkeit, Niederspannungsgeräte und Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen).

 

Weiterführende Informationen

Richtlinie 2013/29/EU über die Bereitstellung pyrotechnischer Gegenstände auf dem Markt

BAM Info zur Vergabe der Identifikationsnummer

1. SprengV (Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz)

Harmonisierte Normen

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