Fachportal: CE-Richtlinien und CE-Kennzeichnung

Vorschriften für Flaschen von Atemschutzgeräten

Beschaffungsvorschriften
Die Druckluftflaschen von Atemschutzgeräten (UN-Nummer 1002) wie sie z. B. von Feuerwehr benutzt werden, werden in der Regel an unterschiedlichen Einsatzorten eingesetzt und unterliegen somit den transportrechtlichen Vorschriften für Gefahrgut. Für das Inverkehrbringen ortsbeweglicher Druckgeräte gilt normalerweise für derartige Druckgasflaschen die Europäische Richtlinie 2010/35/EU. Gemäß dieser Richtlinie werden jedoch Flaschen für Atemschutzgeräte explizit von dieser Richtlinie ausgeschlossen, d. h. für das Inverkehrbringen gilt die Druckgeräterichtlinie 97/23/EG.

Transportvorschriften
Unabhängig von den Bestimmungen des Inverkehrbringens dürfen die Flaschen für Atemschutzgeräte nur dann befördert werden, wenn sie den Bestimmungen des ADR-Regelwerks (Europäisches Übereinkommen vom 30. September 1957 über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR)) entsprechen. Danach müssen sie den wiederkehrenden Prüfungen gemäß dem Anlage A Abschnitt 6.2.1.6.1 des ADR-Regelwerks unterzogen werden.

Die wiederkehrenden Prüfungen der Flaschen für Atemschutzgeräte sind durch eine von der zuständigen Behörde anerkannte Stelle alle 10 Jahre (Prüffrist gemäß ADR Anlage A Verpackungsanweisung P 200) zu unterziehen:

  1. Prüfung der äußeren Beschaffenheit des Flasche
  2. Überprüfung der Ausrüstung
  3. Überprüfung der Kennzeichnung
  4. Prüfung der inneren Beschaffenheit der Flasche (z. B. innere Prüfung, Überprüfung der Mindestwanddicke)
  5. Überprüfung der Gewinde, sofern Anzeichen von Korrosion vorliegen oder sofern die Ausrüstungsteile entfernt werden
  6. Flüssigkeitsdruckprüfung (Prüfdruck PT gemäß der Druckgeräterichtlinie)
  7. ggf. Prüfung der Werkstoffbeschaffenheit durch geeignete Prüfverfahren
  8. Prüfung der Bedienungsausrüstung, andere Zubehörteile
  9. Prüfung der Druckentlastungseinrichtung bei der Wiederinbetriebnahme

Bemerkungen:

    • Mit Zustimmung der zuständigen Behörde darf die Flüssigkeitsdruckprüfung durch eine Prüfung mit einem Gas ersetzt werden, sofern dieses Vorgehen nicht gefährlich ist
    • Mit Zustimmung der zuständigen Behörde darf die Flüssigkeitsprüfung durch eine gleichwertige Prüfmethode ersetzt werden, die auf akustische Emissionsprüfung oder einer Kombination aus akkustischer Emissionsprüfung und Ultraschalluntersuchung beruht. Die Norm ISO 16148:2006 darf als Leitlinie für die akustistische  Emissionsprüfverfahren verwendet werden.
    • Die hydraulische Druckprüfung darf durch eine Ultraschalluntersuchung ersetzt werden, die für nahtlose Flaschen aus Aluminiumlegierung in Übereinstimmung mit der Norm ISO 10461:2005+A1:2006 und für nahtlose Flaschen aus Stahl in Übereinstimmung mit der Norm ISO 6406:2005 durchgeführt wird.

Betriebsvorschriften
Sofern Flaschen in Atemschutzgeräte für Arbeits- und Rettungszwecke verwendet werden, unterliegen sie den Betriebsvorschriften der BetrSichV als überwachungsbedürftige Anlagen mit nachstehend erforderlichen Prüfungen:

  • Prüfung vor Inbetriebnahme nach § 14 Abs. 4 BetrSichV
  • wiederkehrende Prüfungen nach § 15 Abs. 7 BetrSichV


Weiterführende Informationen

Rechtsgrundlagen über ortsbewegliche Druckgeräte

Fachbeitrag: Ortsbewegliche Druckgeräte – Aktualisierte Anforderungen durch ADR 2011

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