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Marktüberwachung: Verbot des Inverkehrbringens einer Steigschutzeinrichtung

Sichere Produkte mit einer wirksamen und effizienten MarktüberwachungMarktüberwachungsbehörden im Vereinigten Königreich haben einem deutschen Hersteller einer Steigschutzeinrichtung das Inverkehrbringen verboten. Die Behörden begründen die Maßnahme damit, dass die Steigschutzeinrichtung die in Anhang II der PSA-Richtlinie 89/686/EWG aufgeführten grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt. Insbesondere bemängelten sie, dass die Schutzausrüstung in der absehbaren Si­tuation, dass eine Person erst nach hinten fällt und dann abstürzt („Sturz nach hinten“), keinen angemessenen Schutz gegen alle auftretenden Risiken, so wie in der grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderung Nr. 1 gefordert.

Die Schutzeinrichtung hatte das Konformitätsbewertungsverfahren gemäß Artikel 11A der Richtlinie 89/686/EWG durchlaufen, bei der eine deutsche benannte Stelle mitgewirkt hatte. Für die Schutzeinrichtungen wurden die harmonisierten Europäischen Normen

  • EN 353-1: Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz — Teil 1: Steig­schutzeinrichtungen und
  • EN 364: Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz — Prüfverfahren,

angewandt.

Die europäische Kommission hatte Prüfungen bzw. Tests veranlasst, bei der sich rausstellte, dass die ein Sturz nach hinten, entwe­der aus stehender oder sitzender Position, eine vorhersebare Situation ist, die von der Norm EN 353-1 nicht berücksichtigt wird.

Die EU-Kommission veröffentlichte einen Beschluss vom 31.3.2011 und kam zu der Ansicht, dass die Steigschutzeinrichtung nicht den grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen der Richtlinie 89/686/EWG entspricht, da sie bei Stürzen nach hinten Abstürze nicht ausreichend verhindert, und dass durch diese Nichtübereinstimmung eine ernsthafte Gefahr für Benutzer entsteht.  Sie sah deshalb die von der betroffenen Behörde veranlasste Maßnahme (Verbot des Inverkehrbringens) als gerechtfertigt.  Die Norm EN 353-1 wurde aus dem EU-Amtsblatt gestrichen und damit als harmonisierte Norm zurückgezogen.

Weitergehende Informationen

Beschluss der EU-Kommission
Fachbeitrag: Sichere Produkte durch eine wirksame und effiziente Marktüberwachung
Fachbeitrag: Pflichten der Wirtschaftsakteure im Rahmen des Inverkehrbringens und des Bereitstellens auf dem europäischen Markt

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