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EN 62061 über „Funktionale Sicherheit“ jetzt wieder nach Maschinenrichtlinie harmonisiert

Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Die Norm EN 62061:2005 „Sicherheit von Maschinen – Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer, elektronischer und programmierbarer elektronischer Steuerungssysteme IEC 62061:2005“ hat seit der letzten Veröffentlichung der harmonisierten Normen zur Maschinenrichtlinie 2006/42(EG (Amtsblatt C 165 vom 25. Mai 2010) wieder den Status „harmonisiert“. Sie war bereits nach der alten Maschinenrichtlinie 98/34/EG als harmonisiert veröffentlicht, dann aber in der neuen notwendigen Veröffentlichung gemäß der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG nicht mehr in der Liste (seit der Erstveröffentlichung am 8.9.2009) enthalten.

Die EN 62061:2005 ist eine sektorale Norm (Maschinen) und gehört – wie auch die sektorale Norm EN 61511 (Prozessindustrie) – zur anwendungsunabhängigen Basisnorm EN 61508. Sie stellen jeweils für ihren Anwendungsbereich die notwendigen Vorgehensweisen und Maßnahmen zur Verfügung, um die Sicherheitsintegrität einer Sicherheitsfunktion festzulegen bzw. zu bestimmen.

Ziele der EN 62061
Das Ziel der EN 62061 ist die Wahrscheinlichkeit sowohl „systematischer gefahrbringender Fehler“, als auch „zufälliger gefahrbringender Fehler“ ausreichend gering zu halten, um dann das Risiko von Gefährdungen, verursacht durch Funktionsfehler des Sicherheitssystems (SRECS) zu minimieren. Dafür liegt EN 62061 Anforderungen fest, um durch entsprechende Maßnahmen die funktionale Sicherheit des Sicherheitssystems (SRECS) zu gewährleisten.

Eigenschaften der EN 62061
Sie beschreibt eine systematische Vorgehensweise für den Entwurf und die Integration eines Sicherheitssystems für eine Maschine. Dabei werden sowohl Anforderungen an den Hersteller selbst gestellt z. B. Erstellung einer Spezifikation basierend auf die Risikobeurteilung der Sicherheitsfunktion als auch Anforderungen an die Hardware.

Konkretisierung der Anforderungen
Die Anforderungen werden entsprechend der festgelegten Stufe (Sicherheitsintegritätslevel – SIL) an die Sicherheitsintegrität einer sicherheitsbezogenen Steuerfunktion (SRCF) bestimmt. Darüber hinaus bietet die EN 62061 die Möglichkeit die Wahrscheinlichkeit eines gefahrbringenden Ausfalls pro Stunde zu bestimmen (PFHD-Wert).

Sicherheitsintegrationslevel (SIL)
Der Sicherheitsintegritätslevel (SIL) ist ein Maß zur Festlegung der Anforderungen an die die Sicherheitsintegrität einer sicherheitsbezogenen Steuerungsfunktion (SRCF). In der EN 62061 werden als Maß für den SIL drei diskrete Stufen verwendet:

  • SIL 1
  • SIL 2
  • SIL 3

Je höher die Anforderungen an die Sicherheitsintegrität einer SRCF sind, desto höher ist der für die SRCF geforderte SIL. Bei einem Sicherheitsintegritätslevel (SIL) von SIL 3 sind die Anforderungen an die Zuverlässigkeit der SRCF am höchsten. Hier ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass das Sicherheitssystem (SRECS) die korrekte Funktion erbringt, wenn sie benötigt wird. Die SRCF muss die Anforderungen des SIL erfüllen und damit müssen auch das Sicherheitssystem (SRECS) und seine Teilsysteme diesen Anforderungen entsprechen.

Weiterführende Informationen
Harmonisierte Normen zur Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

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