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Bauprodukte: Deutsches Marktüberwachungsprogramm für 2012

Gemäß Artikel 18 Abs. 5 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 über die Vorschriften für die Akkreditierung und Marktüberwachung im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, sektorspezifische Marktüberwachungsprogramme zu erstellen.

Die Marktüberwachung für den Sektor Bauprodukte erstreckt sich auf alle Bauprodukte nach der Richtlinie 89/106/EWG, für die harmonisierte Normen gelten oder europäische technische Zulassungen erteilt sind.

Zuständig für die Durchführung des Marktüberwachungsprogramm sind die Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer und das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt). Das DIBt fungiert als Koordinierungsstelle Marktüberwachung, die nicht nur die Länder berät, sondern auch deren Marktüberwachungsverfahren (länderübergreifende Koordinierungsstelle) steuert und abgleicht. Insbesondere soll durch das DIBt für eine einheitliche technische Bewertung in den Marktüberwachungsverfahren gesorgt werden. Die hoheitlichen Rechte werden dabei von den Ländern ausgeübt.

Die zuständigen Marktüberwachungsbehörden kontrollieren schwerpunktmäßig die im Marktüberwachungsprogramm aufgelisteten Bauprodukte darauf, ob sie die Anforderungen der Richtlinie 89/106/EWG sowie von Art. 30 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 erfüllen. Die Merkmale der Bauprodukte werden anhand angemessener Stichproben kontrolliert. Kontrollen werden durchgeführt in Baumärkten, im Baustofffachhandel sowie im Einzel- und Großhandel. Besondere Vertriebswege (Direktvertrieb etc.) werden einbezogen, ebenso Kontrollen in Herstellwerken von auf den Markt gebrachten Bauprodukten.

Im Jahr 2012 sollen – im Rahmen der vom Marktüberwachungsprogramm erfassten Produktbereiche – schwerpunktmäßig nachstehend aufgeführte Produkte kontrolliert werden (was nicht ausschließt, dass weitere Produkte in die aktive Kontrolle einbezogen werden):

  1. Bauprodukte für den Beton- und Stahlbetonbau
    EN 197-1 (Zement)
    EN 12620 (Gesteinskörnungen für Beton)
  2. Bauprodukte für den Metallbau:
    EN 10025-1 (warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen)
    EN 14399-1 (Hochfeste planmäßig vorspannbare Schraubenverbindungen für den Metallbau)
    EN 15088 (Aluminium und Aluminiumlegierungen – Erzeugnisse für Tragwerksanwendungen)
  3. Bauprodukte für den Holzbau
    EN 13986 (Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen
    EN 520 (Gipsplatten)
  4. Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz:
    EN 13162 (werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle – MW)
    EN 13163 (werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Polystyrol – EPS)
    EN 13167 (werkmäßig hergestellte Produkte aus Schaumglas – CG)
    sowie ggf. weitere Dämmstoffe nach EN 13164 ff.
  5. Feuerungsanlagen
    EN 13240 (Raumheizer für feste Brennstoffe)
  6. Bodenbeläge
    EN 14041 (PVC-Bodenbeläge)
  7. Bauprodukte für den Mauerwerksbau
    EN 771-1 (Mauerziegel)
    EN 998-2 (Mauermörtel)
  8. Bauprodukte für Dächer und Bedachungen, Wände und Wandbekleidungen sowie Decken und Deckenbekleidungen und nichttragende innere Trennwände:
    EN 14509 (Selbsttragende Sandwichelemente mit beidseitigen Metalldeckschichten)
  9. Türen und Tore
    EN 14351-1 (Fenster und Außentüren ohne Eigenschaften bezüglich Feuerschutz und / oder Rauchdichtheit)

Weiterführende Informationen

Link zum DIBt:  Marktüberwachungsprogramm

Fachbeitrag: Informationssysteme zur Marktüberwachung

Fachbeitrag: Europäischer Rechtsrahmen für eine gemeinsame Marktüberwachung

Fachbeitrag: Pflichten der Wirtschaftsakteure im Rahmen des Inverkehrbringens und des Bereitstellen auf dem europäischen Markt

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